Glücksgeschichte von mir: „Vom Loslassen, was nicht mehr zu Dir gehört“

Gestern habe ich wieder ein Kapitel in meinem Lebensbuch zu Ende gelebt und daran möchte ich Dich in Form meiner eigenen Glücksgeschichte teilhaben lassen: 

Was bisher geschah: Die Frage nach dem „Wer bin ich?“

Ich bin 36, Single und habe (noch) keine Kinder. Was aus dem „noch“ wird, das wird sich zeigen. Um klare Entscheidungen zu treffen, muss man wissen, wer man ist. Das wusste ich sehr, sehr lange nicht, denn als 12 jähriges, hochsensibles Mädchen mit einer Körpergröße von 1,80m und kurzen Haaren passte ich in so gar keine Schublade. Weder sah mich die Umwelt als Mädchen, noch als die Person, die ich war: Bunt. Kreativ. Weiblich. Lebendig. Unsicher. Hochemotional. Voller Zweifel. Was alle in mir sahen war: groß, taff, aggressiv und maskulin. 
Also musste ich auch so sein, oder?

Selbstzweifel gehörten zu mir

Natürlich war auch meine Berufswahl voller Zweifel, denn wie sollte ich einen Beruf wählen können, wenn ich nicht mal meine eigenen Stärken erkennen konnte? Und wow, ich hatte so viele Berufs-Weggabelungen auf meiner Lebensreise, das ich aufgehört habe, zu zählen. 

Ich musste doch glücklich sein

Meine Kreativität, meine Intuition und meine Buntheit wurde durch viele Titel wie Reiseverkehrskauffrau, Wirtschaftsfachwirtin, Werbefilmproducerin und und und verdeckt und erstickt, bis ich irgendwann von so schlimmen Unverträglichkeiten in Beschlag genommen wurde, dass ich einem Freund die Wohnung „dekoriert“ hatte. Dabei hatte ich als Filmproducerin mit Hollywoodstars, tollen Hotels und Restaurants doch das „tollste“ Leben…Ich musste doch glücklich sein!

Ich bin dann vor über 7 Jahren ins „Nichts“ gesprungen, hab meinen Job gekündigt und bin der einen Sache gefolgt, die mir schon immer Freude bereitet hat: Den Farben. Als mir dabei die Kunsttherapie begegnet ist, wusste ich sofort, dass ich MEINE Form der Kommunikation mit mir selbst gefunden hatte.
2016 war ich dann in Thailand und wegen all dem Stress der letzen Wochen hatte ich mir jeden Tage eine Massage gegönnt. Mir viel es unglaublich schwer, meinen Kopf zu beruhigen.

Damals hatte ich angefangen, zu manifestieren, ohne es zu wissen

Ich war schon in der Glückslehrerausbildung und wir hatten zu der Zeit unseren Herzenswunsch erarbeitet: Ein eigenes Atelier für bunte Workshops! Während der Massagen hab ich angefangen, zu manifestieren. Das heißt, sich Wünsche konkret vorzustellen, ohne zu wissen, wie das Realität werden sollte. 
Wie sollte mein Atelier aussehen? Wie war es einrichten? 
Und da das Atelier jeden Tag während der Massage in meinem Kopf eingerichtet habe, war es nach ein paar Tagen schon so real, dass ich auf den Märkten bereits einkauft habe, ja sogar grosse Sachen heim transportieren wollte!

Dann wirst du vom Universum geprüft

Was ich damals noch nicht wusste, aber was fast immer passiert: Das Universum prüft danach oft, ob du das wirklich willst! Ich bin daheim angekommen und bekam einen Filmauftrag für über mehrere tausend Euro angeboten! Ich habe ihn damals abgesagt: „Nein, wenn ich das jetzt mache finde ich nie meinen eigenen Raum!“ Da ich jeden Tag schon „dort“ war, waren er mir schon so ans Herz gewachsen, ich konnte einfach nicht!
Ich hatte die Prüfung bestanden.
Nur wenige Wochen später habe ich einfach so eine Anzeige gesehen, habe angerufen, und es mir sogar anschauen können. Leider waren alle Ateliers weg. Ich hab die Vermieterin aber vom ersten Moment an so gemocht und zu ihr gesagt: „Wenn eins davon mein Atelier ist, dann springt jemand ab.“ Eine Woche später habe ich unterschrieben! Ich hab kein anderes Atelier angesehen!

Heute weiß ich, was Glück für mich bedeutet

Heute kombiniere ich als Glückscoach & Therapeutin meine Kreativität mit dem Thema Emotionen und dem Glück. 
Denn durch all die Weggabelungen habe ich verstanden, dass das wahre Glück in dem eigenen SELBST liegt, wir es aber so oft nicht leben, weil wir nicht wissen, wer wir sind, uns nicht kennen oder so viel Angst vor den ungelebten Emotionen (vor allem Trauer!!) und Erfahrungen der Vergangenheit haben, dass wir diese Kisten lieber unverschlossen in unserem Herzen herumschleppen. Doch dort belasten sie unser Herz so schwer, dass es seine Stimme verliert. Ich habe diese Kisten in den letzten Jahren geöffnet und bekomme eine Ahnung davon, wer ich eigentlich bin: Bunt. Lebendig. Begeisterungsfähig. Weiblich.

Weil ich weiß, wie es sich anfühlt unterstütze ich in meiner Praxis und in meinen Workshops dabei, diese Kisten achtsam und ohne viel Tam Tam zu öffnen und so dem eigenen Glück näher zu kommen.
All das versuche ich als Lehrtrainerin für Schulfach Glück deutschlandweit auch Lehrern zu vermitteln, so dass Persönlichkeitsentwicklung endlich mehr Platz in der Schule findet.

Ich bin bunt

Bei all dem kann ich meine Buntheit leben, die meine größte Stärke ist. Doch diese braucht Freiheit, um gelebt zu werden. 
Der Raum, der große Herzenswunsch, hat angefangen, mich einzuengen. Ich möchte Workshops in Bali geben, auf Mallorca, an vielen Schulen und in ganz Deutschland. Ein fester Raum hat mich eingeengt, schließlich MUSS ich ja dort arbeiten, wenn ich ihn doch habe.

Wachstum heißt: Dein „Ich bin..“ entwickelt sich immer weiter

Im Prozess des Wachsens erfinde ich mich immer wieder neu und dazu sind einschneidende Maßnahmen erforderlich. Diese sind nicht leicht, aber erforderlich, wenn Du etwas verändern möchtest. Wachsen und Entwicklung heisst auch loszulassen, was nicht mehr zu Dir gehört. Auch, wenn es „nur“ ein Raum war.

Loslassen, was nicht mehr zu mir gehört

Manchmal haben wir die Chance, selbst ein Kapitel zu beenden, manchmal übernimmt das Leben das für uns. In beiden Fällen tut es meistens weh, denn wir lassen ungern los. Da ich aber gerade eine Fortbildung als „Sterbe-und Trauerbegleitung“ mache, habe ich die Kraft der Trauer und des Loslassens verstanden. Ich habe auch verstanden, dass ich nicht „Wasser“ predigen kann und selbst „Wein“ trinke.
So habe ich schweren Herzens meinen einstigen Traum losgelassen.

Es hilft, sich zu verabschieden

Was dabei hilft, ist, sich bewusst von dem „Kapitel“ zu verabschieden und sich zu bedanken. Das ist so wunderschön und heilsam, was ich in diesen letzten Tagen selbst erleben dufte.
Das klingt vielleicht erst mal komisch, in meinem Fall war es ja ein Raum. Einem Raum danken? Einen Raum verabschieden? Aber natürlich! Schließlich hat er mir und vielen anderen so unglaublich tolle Stunden geschenkt. Ich kann Dir also nur von ganzem Herzen einen Rat geben: Wenn du etwas oder jemanden loslassen musst, gewollt oder ungewollt, verabschiede Dich – auf Deine Weise. Setze bewusst einen Punkt an jedem Ende eines Kapitels in Deinem Lebensbuch!

Wie kannst Du Dir so eine kreative Verabschiedung vorstellen?

  1. Ich habe mich hingesetzt, und eine Dankbarkeitsmeditation gemacht. Darin bin ich durch die drei Jahre gereist und habe alle meine Highlights noch mal aufleben lassen. 
  2. Ich habe ein kleines Gedicht geschrieben, das ich dann im Anschluss verbrannt habe. Du kannst auch einen Brief schreiben, oder auch Worte aussprechen.
  3. Ich habe etwas mitgenommen. Meinen geliebten Atelier Tisch hab ich in viele Einzelteile schneiden lassen und all meine Energie, Wünsche und Ideen für die Zukunft auf die Holzteile gemalt. So ist der Tisch Teil meiner Zukunft und es entstehen Affirmationsbilder, die täglich an das eigene Glück erinnern sollen.

All die Worte, all die Farbe und all die Dankbarkeit hat mir selbst so gut getan, dass es gestern der schönste Abschied war, den ich mir hätte vorstellen können.
Das hätte ich mir noch vor ein paar Monaten nicht träumen lassen, dass dieser Prozess so scherzvoll schön sein wird, wie ich ihn in diesen 10 Tagen erleben durfte. Traurig – aber auch leicht, voller Freude, schöne Stunden, bunt.

Die Entscheidung zu treffen war schmerzvoller, als der Prozess selbst.
Aber das ist ja oft so, oder?
Nun bin ich meinem Selbst wieder ein Stückchen näher gekommen, bin mir selbst treu geblieben und bin für mich eingestanden. Habe losgelassen und bin dabei kraftvoller und ja, auch bunter geworden.
Jetzt schreibe ich ein neues Kapitel meiner Glücksgeschichte!
Alles Liebe,
Deine Anja


P.S. Hast Du auch ein Thema, das du verabschieden willst?
Ich biete diese Verabschiedungen zu jedem individuellen Thema an.