Was ist ein Trauma?

Was ist ein Trauma?

In meiner Praxis begegnet mir immer wieder, dass Menschen den Begriff Trauma kennen, ihn allerdings nur mit schrecklichen Ereignissen wie Kriegserlebnisse, Naturkatastrophen, Gewalt und Vergewaltigung in Verbindung bringen. Allerdings ist das nur teilweise richtig, denn auch alltägliche Ereignisse können traumatisieren. Ich habe Dir hier drei Antworten auf die häufigsten drei Fragen von Udo Baer & Gabriele Frick-Baer aufgelistet:

Was ist ein Trauma?

Das Wort „Trauma“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt „Wunde“. Es wurde ursprünglich in der Medizin als Bezeichnung für schwer körperliche Verletzungen mit schockartigen Folgen eingeführt. In der Psychologie und Psychotherapie wird es als Bezeichnung für bestimmte besonders schwere seelische Verletzungen gebraucht. Jedes Trauma beginnt mit einem Trauma Ereignis. Traumaereignisse können sehr unterschiedlich sein…Das Ereignis selbst macht noch nicht das Trauma aus, sondern das Trauma besteht in der Qualität des Erlebens eines Ereignisses, in der Wunde, die durch das Ereignis hervorgerufen wird. Traumaereignisse sind Ereignisse, die Menschen als existenziell bedrohlich erleben und durch die sie in ihren Grundfesten erschüttert werden.

Die Art und Weise, wie der Mensch, der eine existenziell bedrohliche Situation erleben musste, kann das Erleben abmildern oder es vertiefen.
…ob eine Wunde heilen kann oder ob sie offen bleibt bzw. nur notdürfig vernarbt und bei jeder Belastung wieder aufbricht. Die Zeit danach zählt zum Traumaerleben.

Die meisten Menschen werden in der Gewissheit erschüttert, wirksam zu sein, und ihr Selbtwertgefühl wird verletzt.

Fast immer ist die traumatische Erfahrung auch ein Beziehungserleben und eine Beziehungsverletzung und führt zu Misstrauen, Rückzug und anderen Beeinträchtigungen im Beziehungsverhalten.

Warum wirken Traumafolgen so lange nach?

Trauma als ein Prozess des Erlebens betrifft den gesamten Menschen, sein Körper, seine Gefühle, sein Denken, seine Beziehungen und Beziehungsfähigkeit. Dieser Prozess vollzieht sich auch als biologisch-neuronaler Prozess im Gehirn. Dort gibt es ein bestimmtes Teilsystem, die Amygdala, die als besonderer Schutzmechanismus das Überleben des Menschen in existenziell bedrohlichen Situationen sichern soll. Alle im Gehirn und in den anderen Bereichen des Menschen eingehenden Informationen werden daraufhin überprüft, ob sie existenziell bedrohlich sein können. Werden sie über die Amygdala als existenziell bedrohlich eingestuft, tritt ein automatisches Notfallprogramm in Gang. Im vegetativen Nervensystem wird ein Alarm-Stress-Modus aktiviert, der früher dazu diente, vor Feinden wie Säbelzahntigern oder Mammuts zu fliehen oder mit ihnen zu kämpfen.
Das, was für die traumatisierten Menschen als Schutzreaktion angelegt war, wurde dann zu einer andauernden Belastung. Hinzu kam und kommt, dass jedes Traumaereignis die Amygdala in besonderer Weise auf Dauer aktiviert. Jede neue Erfahrung wird daraufhin „abgeklopft“, ob sie möglicherweise wieder zu einem traumatischen Erlebnis und damit zu einer existenziell bedrohlichen Situation führen kann. Diese Hab-Acht-Stellung kann traumatisierte Menschen ihr Leben lang begleiten, mit Ängsten, mit Hocherregung, mit Misstrauen und vielen anderem mehr. Sie laufen auf „Hochtouren“, manchmal bis zur völligen Erschöpfung.

Deswegen sind die Traumaflolgen so langwerig, weil sie das Gedächtnis des Erlebens im „Leibgedächtnis“ als Traumagedächtnis besonders nachhaltig wirksam ist.

Warum wir uns oft nicht daran erinnern können:

Eine Besonderheit kommt dazu. Das Erleben des Traumaereignisses ist für viele Menschen so unaushaltbar, dass sie „dissoziieren“, das heißt, sie „beamen“ sich ganz oder teilweise aus dem Erleben heraus und spalten das, was nicht auszuhalten ist, ab. Auch dies geschieht im Dienste des Überlebens und der seelischen Gesundheit. Es führt aber dazu, dass die Erinnerungen ans die traumatische Erfahrungen danach oft nur schwer zugänglich sind. An ihrer Stelle tritt eine Leere – das „schwarze Loch“.
Dann bleiben über Jahre und Jahrzehnte nicht die Erinnerungen an das traumatische Ereignis lebendig aber das schwarze Loch. Die Leere beeinflusst auch die kommenden Generationen und wird in all ihren Facetten zu einem Erbe, das ungewollt übernommen werden muss.

So entstehen „transgeneratorische Traumata“.

 

Die Trauma Arbeit mit mir:

In meiner Trauma-Arbeit machen wir uns achtsam auf die Suche nach diesem Anteil und „integrieren“ ihn wieder. So kann die Wunde endlich anfangen zu heilen. Nehmen kann sie Dir niemand, aber sie kann zur Narbe werden!

Ich hoffe, die Worte haben Dir ein wenig geholfen und einen ersten Eindruck in dieses wichtige und spannende Thema gegeben.

Viele liebe Grüße, Anja

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„Narben auf dem Körper sagen, ich habe gelebt. Narben auf der Seele heissen, ich habe geliebt!“

- unbekannt

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